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Serie: Kleines Imker-Tagebuch | September 2017

September 4th, 2017 · Keine Kommentare

››› Das Imker-Tagebuch stammt von Anja Waldmann. Anja arbeitet schon über 17 Jahre für Alnatura. Seit vergangenem Jahr steht ein Bienenvolk in ihrem kleinen Garten. Jeden Monat lässt sie uns an ihren Imker-Erfahrungen teilhaben.

September 2017:

Allmählich kehrt bei den Bienen Ruhe ein. Während draußen die Tage deutlich kürzer werden und sich der Sommer langsam verabschiedet, hat sich das Volk beträchtlich verkleinert. Und das nicht nur in der absoluten Menge. Aus den ehemals drei verschiedenen Bienenarten sind zwei geworden. Gab es im Juni noch eine Königin, viele Tausend Arbeiterinnen und einige Hundert Drohnen, so sind letztere nun im Stock nicht mehr zu finden. Sie wurden verjagt. Von ihren eigenen Schwestern und vermutlich auch auf recht resolute Art. Der herrschenden Ruhe ging eine Drohnenschlacht voraus! Schließlich haben die männlichen Bienen in den Frühjahrsmonaten ihre wesentliche, vielleicht sogar einzige Aufgabe (hier ist sich die Wissenschaft noch uneins), das Begatten der Königin, erfüllt. Über den Sommer wurden sie von den Ammenbienen mitversorgt, doch jetzt im Herbst steht die Effektivität des Volkes an erster Stelle. Und da die männlichen Drohnen weder Nektar noch Pollen sammeln und auch über keinen abwehrenden Stachel verfügen, werden sie vehement aus dem Stock vertrieben. Oft ein jämmerliches Schauspiel und die toten Bienen vor dem Flugloch ein unschöner Anblick. Doch dies gehört zum Wesen des Bien, wie der Insektenstaat in Fachkreisen auch genannt wird.

Als Imker lässt man dem Volk seine Ruhe. Mitunter schwer auszuhalten, daher klopfe ich gelegentlich leise gegen die Holzbeute. Ein schwungvolles Brausen ist die Antwort, die mir genügt, um beruhigt wieder von dannen zu ziehen. Immerhin gibt es zu Hause auch einiges zu tun. Denn Honig ist nicht das einzige Bienenprodukt, welches es zu verarbeiten gilt. Wir haben auch Wachs und Propolis gesammelt.

Wachs Die Bienen haben bauchseitig kleine Drüsen, aus denen sie Wachs schwitzen. Mit ihren Mundwerkzeugen formen sie daraus feine Plättchen und bauen die typische Sechseck-Wabe. Nach dem Honigschleudern bleibt reichlich von solchem Wachs übrig und kann beispielsweise zu Kerzen verarbeitet werden. Aus dem als besonders rein geltenden Verdeckelungswachs, mit dem die Bienen ihre reifen Honigwaben verschließen, lassen sich Kosmetika wie Lippenpflege, Handcreme oder Seife herstellen.

Propolis Bienen sind wahre Baukünstler, nicht nur ihrer genialen Waben wegen. Sie produzieren obendrein ein effektives Verkittungsmittel zum Abdichten von Spalten und Löchern im Stock. Diese sogenannte Propolis – ein Gemisch aus Harz, Pollen, Wachs und ätherischen Ölen – ist in der Naturheilkunde sehr beliebt und kann auch selbst gemachter Naturkosmetik eine besondere Wirkung verleihen.

Mit Honig, Wachs und Propolistinktur bewahren wir uns ein wenig vom ersten Sommer mit den Bienen. Selbst gemachte Lippenpflege und Handcreme wappnen für die kühler werdenden Tage. Bleibt die berechtigte Frage: Was tun, wenn man kein eigenes Volk hat und diese besonderen Bienenerzeugnisse fehlen? Ganz einfach: Spätestens jetzt ist eine gute Gelegenheit, um Kontakt zu einem Imker der Region aufzunehmen.

Selbst gemacht: Lippenpflege

Zutaten

  • 5 g Bienenwachs
  • 35 ml Jojobaöl
  • 1 TL Honig
  • 3 Tropfen Propolistinktur

Zubereitung
Bienenwachs im Wasserbad schmelzen und Öl unterrühren. Auch den Honig vorsichtig erwärmen (nicht über 35 °C) und unter das Wachs-Öl-Gemisch rühren. Propolistinktur in die abgekühlte, aber noch flüssige Masse einrühren und alles in kleine Cremedosen oder Lippenstifthülsen füllen.
Tipp: 1–2 Tropfen ätherisches Öl, beispielsweise Vanille oder Kamille, in die noch weiche Masse einträufeln.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tags: Imker-Tagebuch von Anja Waldmann

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