Bienentagebuch

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Serie: Kleines Imker-Tagebuch | Juli 2017

Juni 27th, 2017 · Keine Kommentare

››› Das Imker-Tagebuch stammt von Anja Waldmann. Anja arbeitet schon über 17 Jahre für Alnatura. Seit vergangenem Jahr steht ein Bienenvolk in ihrem kleinen Garten. Jeden Monat lässt sie uns an ihren Imker-Erfahrungen teilhaben.

Juli 2017:

Der erste Stich. Von den eigenen Bienen. Getroffen hat es leider meinen siebenjährigen Sohn. Ausgerechnet ihn, der bis dato so gern, bedächtig und aufmerksam mit zum Volk gekommen ist. Doch eine Biene hatte auf seinem Augenlid Platz genommen und sein Blinzeln wohl als Angriff gewertet. Einen, der sie das Leben kostete – tragischerweise selbstverschuldet, denn mit dem Rausreißen des Stachels besiegelt sie ihr Schicksal. Diesen winzigen Dorn gilt es – das habe ich im Imkerkurs gelernt – umgehend aus der Haut zu entfernen. Wichtig dabei: Dem Stachel hängt eine Giftblase an. Zerdrückt man diese, gerät weiteres Gift in die Einstichstelle und die Symptome werden schlimmer. Stattdessen soll man – von der Spitze ausgehend – den Stachel sanft aus der Wunde schieben. Auch eine feine Pinzette oder Zeckenkarte kann gute Dienste leisten. Theoretisch. Praktisch ist das Ganze kein leichtes Unterfangen, schon gar nicht, wenn sich das Kind vor Schmerzen windet. Auch konnte man zusehen, wie das Augenlid anschwoll und die Farbe veränderte. Am Abend kam Fieber hinzu und am nächsten Morgen war nur noch das eine, vom Stich verschonte Auge am Sehvorgang beteiligt.

Zum Trost habe ich frischen Bienenstich gebacken. Doch selbst dieser feine Hefekuchen mit seiner Honig-Mandel-Decke konnte die Stimmung nicht heben. Ich machte mir Sorgen. Der Allergologe gab Entwarnung: Dies sei eine normale Reaktion beim ersten Stich. Na prima. Der Arzt verabschiedete uns mit der Feststellung, dass viele gar nicht zwischen einer Wespe und Biene unterscheiden könnten. Zugegeben, hier muss auch ich immer genau hinschauen. Zur Auffrischung: Eine Biene ist leicht behaart, ihre Farbe tendiert von bernsteinfarben bis dunkelbraun. Eine Wespe hingegen ist glatt und fällt durch ihre leuchtend gelben Streifen auf, selbst in der Kopfregion. Auch ist die Wespe im Vergleich zur Biene etwas länger und schlanker. Kommt ein mit Pollen beladenes Insekt auf Sie zugeflogen, ist es vermutlich keine Wespe. Sie ernährt sich bevorzugt von Früchten und Speiseresten, süßen Getränken und sogar anderem Getier. Doch stechen tun sie beide, nur bleibt die Wespe danach am Leben.

Ob Biene oder Wespe, mein nächster Gang zum Bienenvolk war sehr bedächtig und ängstlich, doch das spüren die Bienen bekanntlich und geraten ebenfalls in Aufregung. Also: Sich-in-Gelassenheit-üben. Ein Beispiel kann ich mir an dem kleinen Jungimker nehmen, dessen Gesicht nach etwa einer Woche wieder normal aussah. Er tritt ans Volk als wäre nichts gewesen.

 

Rezept Bienenstich

Für den Teig 500 g Dinkelmehl Type 630 in eine Schüssel geben. 20 g Frischhefe mit 75 g Rohrohrzucker und ca. 250 ml lauwarmer Milch glattrühren und zum Mehl geben. Das Ganze zu einem elastischen Teig verarbeiten. 80 g weiche Butter zufügen und weiterkneten. Den Teig mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

Für den Belag 100 g weiche Butter, 150 g Rohrohrzucker, 3 EL Honig und 3 EL süße Sahne aufkochen. 200 g Mandelplättchen unterrühren, nochmals unter Rühren kräftig aufkochen und dann zur Seite stellen. Backofen auf 175 °C vorheizen.

Hefeteig kräftig durchkneten und auf einem ­gefetteten Backblech (ca. 30 × 40 cm) ausrollen. Honig-Mandel-Masse darauf verteilen und das Ganze für weitere 20 min gehen lassen. Kuchen in den Ofen schieben und etwa 35 min backen.

Tipp: Wer mag, kann den Bienenstich mit einer Puddingcreme füllen. Dafür den gebackenen Kuchen horizontal teilen, Creme aufstreichen und die Kuchendecke wieder aufsetzen.

 

Tags: Imker-Tagebuch von Anja Waldmann

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